Plexiglas – ein äußerst vielfältiger Werkstoff
Im Jahre 1933 gelang es der Firma Röhm & Haas AG in Deutschland den ersten transparenten Kunststoff herzustellen, der unter dem Markennamen Plexiglas die Welt eroberte und für Lichtstrahlen ohne Verzerrung durchlässig ist. Das umgangssprachlich häufig als Acrylglas bezeichnete Polymethylmethacrylat (kurz PMMA) ist äußerst vielfältig in der Anwendung. Aufgrund seiner besonderen Eigenschaften (Splitterschutz, Dichte 1,18 g/cm3) eignet sich als Glas für Automobile, Flugzeuge und als Sicherheitsglas für Arbeitsmaschinen.
Es lässt sich nach dem Erwärmen biegen, pressen und in eine Form blasen. Erkaltetes Plexiglas kann gesägt, gebohrt, gefräst, geläsert, poliert und verklebt werden. Es ist gegen Wasser, Laugen, verdünnte Säuren und Benzin beständig. Alkohol, Aceton, Benzol und Chlorkohlenwasserstoffe lösen es jedoch an und bewirken hässliche Spannungsrisse.
Plexiglas begegnet uns fast alltäglich. Architekten lassen hieraus Lichtkuppeln und Flachdachverglasungen (z.B. Stegplatten) fertigen, der Orthopäde nimmt es zur Verankerung von Hüftendoprothesen und der Werbetechniker nutzt es für Werbetafeln und Leuchtkästen. Eine abschließende Aufzählung aller Anwendungsgebiete würde hier den Rahmen sprengen. Neben glasklarem Material bieten Hersteller standardmäßig bis zu 100 Farbvarianten mit glatten, strukturierten oder satinierten Oberflächen an, wodurch sich unzählige Präsentations- und Einsatzmöglichkeiten eröffnen.
Was viele nicht wissen, Plexiglas entspricht mit seinen äußerst positiven Eigenschaftskombinationen den wesentlichen Schutzzielen des Brandschutzes. Obschon als normalentflammbar eingestuft (B2) verbrennt es nahezu ohne Qualm, ist im Brandfall rauchgastoxikologisch unbedenklich und entwickelt keine korrosiven Brandgase.